Der Widder liebt so, wie er fast alles tut: rasch, offen und ohne große Pufferzone zwischen Gefühl und Handlung. Wenn ein Widder interessiert ist, bekommt man das meist mit. Das lange, vorsichtige Umkreisen, mit dem manche Menschen Nähe aufbauen, liegt ihm kaum. Seine Zuwendung ist unmittelbar, warm und ein wenig ungeduldig, und er möchte früh wissen, ob der Funke auf Gegenseitigkeit beruht. Als erstes Zeichen des Tierkreises, kardinales Feuer unter der Herrschaft des Mars, ist der Widder darauf angelegt, den Anfang zu machen, und in der Liebe wirkt das wie Mut. Ein Widder lässt eine Beziehung selten in eine vage, unausgesprochene Schwebe gleiten. Lieber führt er das schwierige Gespräch noch am selben Abend, als es ungelöst schwelen zu lassen.
Was der Widder sucht
Vor allem Lebendigkeit. Den Widder ziehen Menschen an, die ihr eigenes Feuer mitbringen: ein Vorhaben, eine Meinung, ein Leben, das sich nicht auflöst, sobald eine Beziehung beginnt. Er wünscht sich ein Gegenüber, das seiner Intensität standhält, ohne zurückzuweichen und ohne ihm gleich die Luft zu nehmen. Ehrlichkeit zählt für ihn mehr als Glätte. Meist lässt sich ein Widder lieber herausfordern, als behutsam gelenkt zu werden. Wer ihm etwas zum Bewundern und etwas zum Erobern gibt, hält seine Aufmerksamkeit wach. Bewunderung erwidert er übrigens gern, sobald er sich wirklich gesehen fühlt.
Wo es reibt
Dieselbe Mars-Energie, die den Widder entschlossen macht, kann ihn auch reizbar werden lassen. Er handelt oft schneller, als er nachdenkt, und im Streit ist die Hitze meist früher da als die Übersicht. Geduld bleibt seine größte Lernaufgabe, mit dem anderen Tempo eines Partners ebenso wie mit den langsamen Seiten der Nähe, die sich nicht herbeizwingen lassen. Manchmal verwechselt ein Widder Ruhe mit Langeweile und zettelt einen kleinen Streit an, nur um die Energie wieder zu spüren. Wird dieses Muster offen benannt, verliert es meist schon seine Spannung. Und so impulsiv der erste Vorstoß auch ist, so schnell vergisst der Widder den Groll danach wieder.
Was die Liebe dauerhaft macht
Ein Widder blüht an der Seite eines Menschen auf, der ruhig ist, ohne passiv zu sein, der sich nicht überrollen lässt, ihn aber auch nicht für seine Intensität bestraft. Sein Feuer braucht Nahrung, kein Löschwasser: gemeinsame Unternehmungen, ein gesundes Maß an Reibung und die Freiheit, im Paar ein ganzer Mensch zu bleiben. Wenn ein Widder sich zugleich gesehen und frei fühlt, wird aus dem frühen Funken oft echte Treue. Hat er sich einmal entschieden, dass jemand zu ihm gehört, lieben nur wenige Zeichen so rückhaltlos wie er.
